Chloé Delaume: Das synthetische Herz

Adélaïde Berthel ist Mitte 40, von ihrer Ehe angeödet, fühlt sich eingeengt, vermisst die Freiheit und das Gefühl des Verliebtseins. Sie verlässt ihren Mann und stürzt sich kopfüber – und recht naiv – in das Singleleben. Doch bereits beim Umzug in die neue Wohnung, blickt sie der Realität zum ersten Mal ins Auge: Ihren Lebensstandard kann sie vorerst nicht halten. Die kleine Wohnung engt sie ein und verdeutlich ihr das Singledasein allzu eindringlich.

Auch die Suche nach dem perfekten Partner gestaltet sich komplizierter als gedacht, denn in Clubs, Bars oder auf Parties ihrer Freundinnen wiederholt sich stets dasselbe: Die alleinstehenden Männer sind rar, die guten Partien unter ihnen zieht es zu jüngeren Frauen und viele der übrigen Männer sind laut einer von Adélaïdes Freundinnen „Mängelexemplare“.

Als es dann auch noch beruflich schwierig wird, braucht Adélaïde ihre Freundinnen mehr denn je, denn sie droht in Einsamkeit zu versinken.

Auf nur 150 Seiten wird die zweite Lebenshälfte einer starken Frau geschildert, die mehr und mehr aus der Bahn geworfen wird und von der Realität so hart getroffen wird, wie sie es nicht für möglich gehalten hätte. Dabei ist das Buch jedoch keineswegs deprimierend, sondern unterhaltsam, aufklärend und durchaus ermutigend. Die Geschichte Adélaïde Berthels liest sich wunderbar.