Norwegen - der Traum in uns.

Am Montag, dem 30.9. fand in der Bertelsmann Repräsentanz ein Abend zum Auftakt des Gastlandauftritts Norwegens auf der Frankfurter Buchmesse statt. Der Botschafter Norwegens in Deutschland eröffnete den Abend und erklärte den Buchmesseauftritt als das größte kulturelle Projekt Norwegens im Ausland.

Zu Wort kamen neben Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, auch Margit Walsö, die Leiterin von NORLA, und vor allem vier definitive Größen der norwegischen Gegenwartsliteratur:

Erika Fatland, Jostein Gaarder, Erik Fosnes Hansen und Lars Saabye Christensen.

Das Novum, so Juergen Boos sei, dass es mit Kronprinzessin Mette-Marit das erste Mal in der Geschichte der Buchmesse eine Patronage gebe. Die Kronprinzessin ist Schirmherrin und begleitet des Literaturzug durch Deutschland. Am 13. Oktober wird sie die von ihr herausgegebene Anthologie moderner norwegischer Autoren in Berlin vorstellen. Er nannte auch einige Zahlen: 2017 gab es in Norwegen 3700 Neuerscheinungen, 82% der Bevölkerung kaufen pro Jahr und 88% lesen ein Buch.

Für Margit Walsö ist diese starke Verbreitung der Lesenden auf die einzigartige Abnahmeregelung aus den 1960er Jahren begründet, durch die Literatur überall in dem großen Land erhältlich sei. Im Hinblick auf den Gastlandauftritt Norwegens seien 500 Übersetzungen von Norla gefördert worden. Sie hob die gute Verbindung der norwegischen zu der deutschen lesenden Gesellschaft hervor und bezeichnete den Deutschen Buchhandel als Türöffner für norwegische Literatur in die Welt!

Jede*n der drei Autor*innen lernten die zahlreichen Gäste des Abends in einer Art speed-Dating kenne: zunächst Erik Fosnes Hansen, der mit „Ein Hummerleben“ gerade einen neuen Roman vorgelegt hat. Außerdem erhielt er jüngst den Willy-Brandt-Preis und organisierte 2019 ein deutsches Literaturfestival in Norwegen, welches ein enormer Erfolg war. Norwegische Autor*innen seien Tandempartner der deutschen gewesen. In seinem Roman schreibt er über eine Finanzkrise en miniature im Jahr 1982 in der der Frage nachgegangen wird, wie Menschen mit ihrer persönlichen oder allgemein politisch-gesellschaftlichen Stunde Null umgehen.

Der ehemalige Philosophie-Lehrer und jetzige Besteller-Autor Jostein Gaarder sprach über „Genau richtig“, seinen neuen Roman, der im Hanser Verlag erschien.

Mit Erika Fatland saß eine beeindruckende Frau auf dem Blauen Sofa, die bald bei uns im Georg Büchner Buchladen sein und erzählen wird. Und zwar über ihre aufregende Reise an der russischen Grenze entlang – 60.000 Kilometer (das ist 2x um die Welt!) durch 14 Anrainer-Staaten Rußlands. In vier Etappen war sie acht Monate unterwegs mit Schiff, Bummelzug, Rentieren, Kajak usw. Ihr Buch bezeichnet die Journalistin als Momentaufnahme einer sehr lebendigen, sich ständig verändernden Grenze. Die Reise habe die Welt für sie vergrößert, ihren Kopf und das Gehirn erweitert.

Von Lars Saabye Christensen erfuhren die Gäste nicht nur die Geschichte seines neuen Romans, sondern auch einiges über seine Verehrung für Knut Hamsun (und die Beatles).

Ein vielfältiger Abend, den wir bei uns im Buchladen am 22.10. unbedingt fortsetzen wollen! Herzliche Einladung dazu!