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Neue Perspektiven

Neues Jahr, neue Perspektiven. So werden es sich vermutlich viele gedacht haben, als sie mit einem Glas Sekt in der Hand erwartungsvoll auf die Uhr schauten. Auch wir vollziehen dieses Jahr einen Perspektivenwechsel. Dank einer Reihe großartiger Neuerscheinungen, werfen wir einen frischen Blick auf unsere Gegenwart.

Zum Beispiel mit der russischen Autorin Ljudmila Ulitzkaja und ihrem neuem Buch „Die Erinnerung nicht vergessen“. Ulitzkaja floh im Frühjahr 2022 von Moskau nach Berlin und beschreibt in ihren autobiographischen Skizzen unter anderem das Verhältnis zwischen Individuum und Totalitarismus, aber auch über Herkunft, Glaube und den eignen Körper, mitsamt seinen Narben. Ihre politischen Reflektionen sind ebenfalls der Versuch, gegen das Vergessen anzuschreiben und somit die Erinnerung zu konservieren.

Sich etwas in diesen brüchigen Zeiten bewahren möchte Protagonistin von Clare Pollards neuem Roman „Delphi“. Wir befinden uns in London, mitten im Lockdown und die junge Ich-Erzählerin beginnt, bei ihrer permanenten Beschäftigung mit der Zukunft, den Anschluss an die Gegenwart zu verpassen.

Dass unsere Gegenwart immer unübersichtlicher zu werden scheint - dem würde Juli Zeh vermutlich zustimmen. Gemeinsam mit Simon Urban hat sie einen neuen Roman veröffentlicht. „Zwischen Welten“ handelt von zwei alten Freunden, die sich zufällig wiederbegegnen. Aus ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen sind gegensätzliche Haltungen geworden. Kann ihre Freundschaft die Kluft, die sich durch ihre Debatten zieht, überbrücken?

Kommen Sie vorbei und begegnen Sie vielen weiteren Perspektiven und Blickwinkeln, die Sie gewiss zu neuen Anregungen und Gedanken verleiten werden.