Germany reads for Hongkong

internationales literaturfestival berlin und PEN-Zentrum rufen zu deutschlandweiten Solidaritätslesungen für die Demokratiebewegung in Hongkong am 21. September 2019 auf

Pressemitteilung, Berlin / Darmstadt, 17. September 2019. Seit Juni 2019 protestieren in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong Hunderttausende Menschen für mehr Demokratie. Sie sind besorgt um ihre politische Freiheit im autonom geführten Hongkong. Begonnen hat der Protest mit einer von der Regierung geplanten Novelle zum Gesetz über flüchtige Straftäter*innen und Rechtshilfe in Strafsachen. Gegner*innen der Gesetzesänderung befürchten eine Aushöhlung des Rechtssystems Hongkongs, das bisher weitgehend unabhängig von der Volksrepublik China ist. In Hongkong genießen die Bürger*innen politische Freiheiten, die es in der Volksrepublik China nicht gibt. Aus den einzelnen Protesten hat sich eine Demokratiebewegung entwickelt, die als die umfangreichste seit der Niederschlagung der Demokratiebewegung in China 1989 gilt.

Die chinesische Regierung definiert die Demonstrant*innen als Terrorist*innen und sieht die Bewegung als staatsbedrohend. China schickte Truppen an die Grenze. An den u.a. von der Civil Human Rights Front (CHRF) organisierten Kundgebungen am 9. und 16. Juni und am 18. August 2019 nahmen jeweils über eine Million Menschen teil, worüber weltweit berichtet wurde. 74 Nichtregierungsorganisationen (darunter Reporter ohne Grenzen, Amnesty International und Human Rights Watch) forderten die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam in einem offenen Brief auf, das Gesetz zurückzunehmen. Am 4. September kam Carrie Lam der Forderung der Demonstrant*innen nach. Doch die Hongkonger*innen fürchten weiterhin um ihre Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Der staatliche Widerstand gegen die Proteste bestätigt die Demonstrant*innen darin, dass die chinesische Führung in Peking versuchen wird, diese Rechte auf Dauer zu beschneiden.

Gefordert werden von den Demonstrant*innen der Rücktritt der Regierungschefin, eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt der letzten Monate, die Freilassung von Festgenommenen und eine Rücknahme des Vorwurfs des „Aufruhrs“. Viele Demonstrant*innen verlangen eine Änderung des Wahlrechts sowie generell die Begrenzung des Einflusses des chinesischen Zentralstaats auf die ehemalige britische Kronkolonie, deren Hoheit das KP-Regime 1997 übernommen hatte.

Das internationale literaturfestival berlin und das PEN-Zentrum Deutschland schließen sich dem Protest an und unterstützen die Demokratiebewegung in Hongkong und rufen zu einer deutschlandweiten Solidaritäts-Lesung am 21. September auf. Die zentrale Lesung findet am 21.9.2019, 16 Uhr, auf dem Bebelplatz mit der Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland Regula Venske und dem Festivaldirektor des ilb Ulrich Schreiber statt.