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AUFRUF: Winterhilfe Ukraine.

Unterstützt von zahlreichen ukrainischen Schriftsteller*innen, unter ihnen auch Friedenspreisträger Serhij Zhadan, hat eine Initiative von rund 70 Schriftsteller*innen und Intellektuellen aus Deutschland einen Aufruf veröffentlicht, um den Menschen in der Ukraine durch den Winter helfen.

Juri Andruchowytsch, Yuriy Gurzhy, Tanja Maljartschuk, Natalka Sniadanko und Friedenspreisträger Serhij Zhadan haben kurze Videoclips gedreht, die Personen vom Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zu einem Film zusammengeschnitten haben. Hier geht es zu dem YouTube-Video!

Auf der Webseite des Friedenspreises des Deutschen Deutschen Buchhandels befinden sich die Links zu vier Spendenaktionen: »Feuerwehr« vom PEN Berlin in Kooperation mit Serhij Zhadan, eine Spendenaktion der Stadt Nürnberg für die Partnerstadt Charkiw sowie die Spendensammlungen: »United24« von Präsident Selensky und der CARE-Spendenaufruf

 

»Der Ukraine helfen, diesen Kriegswinter zu überstehen!«

Aufruf der Initiative »Winterhilfe für die Ukraine« 

Die Niedertracht kennt immer noch Steigerungen. Putins Plan, die Ukraine militärisch zu zerschlagen und als eigenständige Nation auszulöschen, ist am entschlossenen, von der ganzen ukrainischen Gesellschaft getragenen Widerstand gescheitert. Nun soll das Land durch die Zerstörung seiner lebenswichtigen Versorgungsstrukturen – insbesondere des Energiesystems – in die Knie gezwungen werden. Die in Tschetschenien und Syrien erprobten Methoden eines Vernichtungskriegs gegen die Zivilbevölkerung, exemplarisch an Grosny und Aleppo exekutiert, werden jetzt auf die freie Ukraine im Ganzen angewandt. Die Bombardierung der Wohnquartiere, die gezielte Zerstörung der Lebensbedingungen von Millionen Menschen, die Ermordung von Zivilisten, die Vergewaltigungen und Deportationen verstoßen bereits heute gegen die Völkermordkonvention der Vereinten Nationen.

Nun herrscht Winter. Längst sehen und hören wir, was es bedeutet, wenn Heizung, Licht und Elektrogeräte ausfallen, es kein Trinkwasser mehr gibt, Fenster nicht ersetzt werden können, wenn Städte im Dunkel versinken, Schulen und Kindergärten schließen müssen, Krankenhäuser ihre Patient*nnen nicht mehr behandeln können und Betriebe ihre Arbeit einstellen müssen. Seit Beginn des neuerlichen russischen Angriffs mussten bereits mehr als 14 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen, weitere Millionen sollen zur Flucht gezwungen werden.

Gelänge es Putin, die Ukraine in den Zusammenbruch zu treiben, gerieten auch die europäische Sicherheitsordnung, die Europäische Union und das transatlantische Bündnis ins Wanken. Dann ist kein Land im ehemaligen Machtbereich der Sowjetunion mehr sicher, die antidemokratischen Kräfte bekommen Auftrieb und das Völkerrecht liegt in Trümmern.

Aus diesem Grunde ist die Unterstützung der zivilen und militärischen Widerstandskraft der Ukraine nicht nur eine moralische Pflicht. Sie liegt vielmehr in unserem ureigenen Interesse.

Wie können wir dazu beitragen, damit die Ukraine diesen Winter durchstehen kann?

Jede*r Einzelne kann für die Ukraine spenden.

  • Humanitäre Hilfsorganisationen können ihr Engagement für die Ukraine verstärken. Städte können bilaterale Unterstützung für ukrainische Partnerstädte leisten.
  • Betriebe können lebenswichtig benötigtes technisches Gerät, Generatoren, Fahrzeuge, Baumaterial und Kraftstoffe bereitstellen.
  • Bundesregierung und EU müssen ihre finanzielle und militärische Hilfe aufstocken:
  • Die Ukraine braucht dringend Nothilfe, und sie braucht nicht minder dringend moderne Waffen, um ihre Städte zu schützen und die Invasionstruppen zurückzudrängen.

Wir wollen an die Welle der Solidarität anknüpfen, die nach Beginn der russischen Invasion durch unser Land ging. Kommunen, Medien, Stiftungen, karitative Organisationen, Unternehmen, Kulturinstitute und hunderttausende Bürger*innen haben reagiert auf das, was seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs undenkbar erschien. Diesen Geist der Solidarität gilt es, ungeachtet aller Härten bei uns, jetzt wiederzubeleben. Nichts wäre für die Ukraine gefährlicher als eine schleichende Ermüdung der westlichen Öffentlichkeit und Politik.

Putins Katastrophenstrategie darf nicht aufgehen! Die von der ukrainischen Friedensnobelpreisträger*in Olexandra Matwijtschuk zitierte Parole »Für unsere und für eure Freiheit!« gilt auch umgekehrt:

»Für eure und unsere Freiheit!«

Erstunterzeichner*innen:

 

Swetlana Alexijewitsch, Aleida Assmann, Jan Assmann, Martin Aust, Rüdiger Bachmann, Gerhart Baum, Marieluise Beck, Christoph Becker, Jan C. Behrends, Pamela Biermann, Wolf Biermann, Marianne Birthler, Helene v. Bismarck, Werner Bohleber, Christoph Buch, Detlev Claussen, Dany Cohn-Bendit, Dan Diner, Sabine Döring, Tom Enders, Benno Ennker, Bianka Pietrow-Ennker, Sabine  Fischer, Rüdiger v. Fritsch, Ralf Fücks, Durs Grünbein, Irene Hahn-Fuhr, Rebecca Harms, Andreas Heinemann-Grüder, Ulrike Herrmann, Richard Herzinger, Christoph Heusgen, Wolfgang Ischinger, Andreas Kappeler, Daniel Kehlmann, Gerald Knaus, Gerd Koenen, John Kornblum, Remo LeemhuisClaus LeggewieAnna LeszczynskaSabine Leutheusser- SchnarrenbergerMarianne Leuzinger-BohleberRenate Liesmann-BaumWolf LotterCarlo MasalaMarkus MeckelEva MenasseHerta MüllerJan PlamperRuprecht PolenzKatharina RaabeJens ReichEva ReichHedwig RichterThomas RothManfred SapperGwendolyn SasseStefanie SchifferKarl SchlögelPeter SchneiderBruno SchochUlrich SchreiberRichard SchröderMartin Schulze WesselLinn SelleConstanze StelzenmüllerSebastian TurnerAndreas UmlandGert WeisskirchenMichael Zürn